Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu Gast im Gymnasium Unterrieden.
Wie gelingt demokratischer Dialog in einer Zeit, in der einfache Antworten oft lauter sind als differenzierte Debatten? Am Gymnasium Unterrieden wird diese Frage nicht nur diskutiert, sondern aktiv beleuchtet. Im Rahmen einer regelmäßig stattfindenden Gesprächsreihe „Unterriedener Couchgespräche“ lädt die Schule Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ein, um mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen.
Vier hochkarätigen Gastveranstaltungen fanden im Schuljahr 2025/2026 statt: Gregor Gysi sprach über „Was ist eigentlich linke Politik?“, Prof. Dr. Reinhard Genzel widmete sich dem Thema „Aliens und schwarze Löcher“, Prof. Dr. Matthias Backenstraß referierte über „Nur ein bisschen komisch? Seelische Gesundheit“ und Jochen Wegner hinterfragte „Modernen Journalismus zwischen Clicks und Klasse“. Das Couchgespräch mit Prof. Dr. Backenstraß wurde dank einer Förderung von 2.000,- Euro durch die Bürgerstiftung ermöglicht.
Rund 400 Jugendliche nehmen an jeder Veranstaltung teil. Im Mittelpunkt stehen der offene Austausch, unterschiedliche Perspektiven und die Möglichkeit, Fragen direkt an Menschen zu richten, die Verantwortung übernehmen und gesellschaftliche Entwicklungen mitgestalten. Ziel ist es, Interesse an politischen und gesellschaftlichen Themen zu wecken und junge Menschen zu ermutigen, sich eine eigene, fundierte Meinung zu bilden.
Das Besondere an dem Format ist, dass die Veranstaltungen nahezu vollständig von Schülerinnen und Schülern organisiert werden. Sie übernehmen die Planung, betreuen die Social-Media-Kanäle, kümmern sich um die technische Umsetzung und führen als Moderatorinnen und Moderatoren durch die Gespräche. So erwerben sie wertvolle Kompetenzen in den Bereichen Projektmanagement, Medienarbeit und Kommunikation.
Seit 2025 werden die Veranstaltungen zusätzlich auf YouTube (couchgespraeche_gus) gestreamt. Die technische Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit SimTV und ermöglicht es, die Gespräche auch über die Schule hinaus einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Mit diesem Projekt fördert die Schule nicht nur politische Bildung, sondern auch Diskursfähigkeit, Medienkompetenz und demokratische Haltung. Gerade in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung schafft das Format Räume für respektvollen Austausch, kritisches Denken und konstruktiven Dialog. Die Schüler erwerben Kompetenzen, die für eine lebendige Demokratie unverzichtbar sind.

Foto: Gymnasium Unterrieden, Mattis Buschbeck

